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Die Krux mit der Mindestvertragslaufzeit…

Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, mir einen Anschluss bei KabelBW zu besorgen. HighSpeed-Internet, Telefon-Flatrate und Pay-TV inklusive (beim Paket Clever Kabel 50, für das ich mich interessiere), alles aus einer Hand – das klingt nicht schlecht.

Allerdings gibt es neben der wahrscheinlich nötigen Umverkabelung hier im Haus (- die Leitungen bzw. die Verkabelungsstruktur dürften hier ziemlich veraltet sein) einen weiteren Punkt, der mich davon abhält: Die Mindestvertragslaufzeit. Und das ist natürlich nicht nur hier so; viele Angebote hätte ich vermutlich schon genutzt oder zumindest ausprobiert, wenn die Anbieter einen nicht für meist 12 oder 24 Monate an sich knebeln würden.

Zwei Punkte erscheinen mir aus Sicht des Anbieters denkbar:
1.) Mein Produkt ist so schlecht, dass die Kunden mir nach dem ersten Monat weglaufen werden, wenn ich sie nicht an mich binde
2.) Ich blockiere damit den Wettbewerb – wenn ein Konkurrent günstigere Konditionen anbietet, können meine Bestandskunden nicht abwandern

Ok, der erste Punkt ist eigentlich hinfällig. Wenn das Produkt dermaßen schlecht ist, werden bereits die ersten Kunden ihre negativen Erfahrungen teilen und so die Neukundenzahl eindämmen, zumal man aus einem Vertrag evtl. vorzeitig rauskommt, wenn die Mängel derart gravierend sind.  Im Falle KabelBW habe ich zudem bisher durchaus positives vernommen.

Dass es aber auch ohne Vertragslaufzeit geht, zeigt beispielsweise O2, bei denen ich momentan meinen DSL- und Telefon-Anschluss habe. Ich könnte mir vorstellen, dass insbesondere Studenten (aufgrund der oft kurzen oder häufig ungewissen Wohndauer) O2 nach dieser fortschrittlichen Änderung die Bude eingerannt haben. Dafür spricht auch die Umsatzsteigerung im vergangenen Jahr, wobei hier zugegebenermaßen auch die Übernahme von Hansenet (bei Verbrauchern wohl bekannter deren Marke „Alice„) eine Rolle gespielt haben wird.

Wie dem auch sei, Kabel BW könnte bereits seit meinem Einzug hier monatlich mein Geld bekommen – die 5 Euro mehr im Vergleich zu O2, dafür mit Pay-TV inklusive, wäre ich locker bereit zu zahlen. Aber offenbar ist es wichtiger, aus den Kunden möglichst viel herauszuquetschen und nach allen Möglichkeiten die Quasi-Monopolstellung zu verteidigen. „Quasi“ deshalb, da man trotz der Privatisierung um die Jahrtausendwende als Verbraucher an den Kabelbetreiber gebunden ist, der das Kabelnetz am Wohnort unterhält.

Richtige Konkurrenz haben die Betreiber also nur durch IPTV-Dienste („Fernsehen via Internet“) zu fürchten. Diese können allerdings durch die im Vergleich zu Kabel-Internet oft niedrigen Übertragungsraten mit der Qualität und Zuverlässigkeit nicht mithalten. Ein weiterer Nachteil ist die Verkabelung, da zu jedem Fernseher (eine passende Box vorausgesetzt) ein Netzwerkkabel gelegt werden muss.

Hoffnung könnte da eigentlich der langsam anlaufende Glasfaserausbau der Telekom machen… Doch zum einen werden wohl noch einige Jahre ins Land ziehen, ehe dies annähernd flächendeckend umgesetzt sein wird, und zum anderen wird dann der pinke Riese wieder eine Monopolstellung innehaben und ihr IPTV-Angebot entsprechend teuer vermarkten.

Und so schaut man als deutscher Zuschauer – zumindest diejenigen, die keinen Goldesel im Keller stehen haben – eben wieder einmal in die Röhre (oder lässt es eben bleiben, da im Free-TV, insbesondere bei den Privaten, nichts gescheites läuft…), ganz ähnlich wie bei HDTV. Während z.B. in den USA aber auch zunehmend in anderen Ländern, auch in Europa, das hochaufgelöste Fernsehen zum Standard wird, wird hier in Deutschland der Verbraucher erstmal ordentlich gemolken und man verkauft die technische Neuerung inklusive Kopierschutz unter dem Deckmantel „Zusatzleistung“ (HD+) als Mehrwertdienst. Zu gerne würde man da doch auf das Angebot im Ausland zugreifen, wenn da nicht… – aber dazu ein andermal mehr, bevor ich jetzt noch weiter ausschweife.

Ich bleibe also wohl erstmal bei O2 und kann deren Angebote ohne Vertragslaufzeit bisher auch nur empfehlen. Ich bin gespannt, denn auch hier soll sich in Zukunft etwas im Bereich IPTV tun.

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2 thoughts on “Die Krux mit der Mindestvertragslaufzeit…
  • James sagt:

    Ich kann deine Problematik und das Dilemma absolut verstehen. Mit KabelBW hatte ich bisher absolut keine Probleme, der Recorder ist einwandfrei, die Videothek gut bestückt (es könnten ein paar aktuelle Filme mehr sein). Und vor allem: der Support am Telefon ist einwandfrei. Die Mitarbeiter stets freundlich und gut gelaunt; Das muss man heutzutage anmerken, da das bei vielen absolut nicht zum Standard gehört. Außerdem können sie dir völlig problemlos ziemlich alle Fragen beantworten.

    Wenn du dir also sicher bist, dass du länger als oder genau weitere 24 Monate in deiner Wohnung bleibst, empfehle ich dir, noch einmal genau darüber nach zu denken.

    • Constantin sagt:

      Ich denke zwar schon, dass ich noch ne Weile hier wohne, aber wer weiß… ;-)
      Ich schlaf da jetzt noch ein paar Nächte drüber, und dann überleg ich mir das nochmal… Die Geschwindigkeit ist schon verlockend, und das Pay-TV-Angebot ist auch ziemlich umfangreich!

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