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Software-Test: Filmora Video Editor von Wondershare | Teil 2/4

Teil 2/4: Medien-Import, Videobearbeitung, Filter und Effekte, Export

Im ersten Teil habe ich meinen ersten Eindruck geschildert und das User Interface inspiziert. Jetzt wollen wir doch mal schauen, wie einfach das Importieren und Bearbeiten von Videoclips abläuft und wie sich Filmora in Punkto Qualität schlägt.

Medien-Import

In einem der Videos habe ich direkt gesehen, dass man Bilder von Social-Media-Plattformen wie Instagram direkt importieren kann. Für mich nicht unbedingt wichtig, aber nice-to-have und sehr komfortabel! Fertig produzierte Videos lassen sich wohl auch genauso leicht mit Freunden auf Facebook & Co. teilen. Eigene Videodateien lassen sich per Drag&Drop importieren, aber natürlich auch über einen normalen Windows-Dialog (Ordner-Icon “Importieren” über der Kachel-Ansicht mit den verfügbaren Videos). Es ist sogar möglich, direkt von einer angeschlossenen (Web-)Cam aufzunehmen. Praktisch für Tutorials, Weblogs etc., da man Videos auch per “Bild-in-Bild”-Funktion (BiB) übereinanderlegen kann. Hier hat man an alles gedacht.

Es lohnt sich übrigens, mal das Kontextmenü eines Videos per Rechtsklick zu öffnen. Neben dem erwähnten BiB lassen sich hier die Video-Eigenschaften ansehen, der genutzte Audio-Track wählen, und es gibt sogar eine automatische Szenen-Erkennung, falls mehrere Szenen in einer einzelnen Videodatei vorliegen. Auch in der Timeline verstecken sich nochmal einige Funktionen im Kontextmenü der einzelnen Clips. Auf diese werde ich später noch einmal eingehen.

Bevor ich den Härtetest mache und versuchen werde, unkonvertierte GoPro-Aufnahmen direkt in Filmora zu importieren, bin ich noch gnädig, und ziehe erst mal das Beispielvideo in die Timeline und drücke aus Gewohnheit die Leertaste zum Abspielen. Daraufhin erscheint diese Hinweismeldung:
filmora_hinweis_vorschau_performance

Ich bin zuversichtlich, dass mein Rechner die nötige Power für das Bisschen Videoschnitt aufbringen kann. Filmora richtet sich eben in erster Linie an Heimanwender, deren Rechner nicht unbedingt mit ordentlicher Rechenleistung ausgestattet sind. Und bevor die dann allzu schnell die Demo deinstallieren, ist so ein Hinweis sicherlich sinnvoll, gerade in Zeiten, wo selbst Smartphones nicht nur in Full-HD, sondern bereits in 4K aufnehmen können. Eine Sache, die ich erst später beim Durchforsten der Einstellungen entdeckt habe: Neben der Sprache und dem Intervall für automatische Updates lässt sich auch mit einem Häkchen die GPU-Beschleunigung (für Intel-, AMD Radeon- und Nvidia-Karten) aktivieren. Sie ist aber standardmäßig nicht aktiviert, auch wenn die Grafikkarte es unterstützt. Ein Hinweis hierauf wäre denke ich in der Meldung passend und angemessen gewesen. Einen Unterschied konnte ich allerdings auch nicht feststellen, eventuell macht das erst beim letztendlichen Rendern oder auf langsamen Systemen etwas aus.

Aber weiter im Programm… Die Leertaste fungiert tatsächlich als Play/Pause-Taste, wie man es aus vielen anderen Bearbeitungs- und Abspielprogrammen gewohnt ist. Ein weiterer Punkt für die Usability. Das Rein- und Rauszoomen der Timeline funktioniert dagegen nur über die entsprechende GUI-Funktionalität rechts über der Timeline, oder durch Anfassen und Ziehen der Zeitachse. Hier hätte ich mir Unterstützung des Mausrades (evt. in Kombination mit Strg- oder Alt-Taste wie in anderen Programmen) gewünscht, aber das ist nur eine Kleinigkeit. Später habe ich dann entdeckt, dass die Kombinationen Strg+”+” und Strg+”-” auch möglich sind. Was mir auch fehlt, ist die Möglichkeit, mit den Pfeiltasten durch die Timeline zu navigieren und über die Tasten “Pos 1” an den Anfang und per “Ende” ans Ende zu springen, bzw. irgendwie

Wie angedroht, ziehe ich als nächstes einen nicht umgewandelten GoPro-Clip ins Fenster. Adobe Premiere und Adobe After Effects hatten da bei mir in der Vergangenheit immer Probleme gemacht, sodass ich die Clips erst mittels GoPro Studio Importer in AVI umwandeln musste. Ich weiß nicht, ob es am Update auf Windows 10 liegt, aber jetzt funktioniert es auch direkt in den beiden Programmen. Und zu meiner positiven Übarraschung meckert auch Filmora nicht, sondern zeigt das Programm im wieder einmal lustig übersetzten “Ordner” namens “Benutzer’s Album” an. Auch Abspielen läuft problemlos, inklusive Ton, auch kein langes Laden beim Spulen, kein Ruckeln. Super!

Arrangieren von Video, Ton, Effekten und Text

Die Clips lassen sich per Drag&Drop oder über das kleine Plus-Icon bei Hover über einen importieren Clip (Hilfetext: “In den Projekt” ;-)) zur Timeline hinzufügen. Ebenso funktioniert das mit allen anderen Elementen wie Tonspuren, Text-Overlays, etc. Apropos Ton: Hier stehen neben knapp 90 Soundeffekten auch tatsächlich richtige Musik-Tracks zur Verfügung. Leider nicht alle in Originallänge, ein paar sind recht Lieblos einfach am Ende abgeschnitten. Die Künstler scheinen (zumindest mir) unbekannte Indie-Artists zu sein, aber die Musik ist durchaus brauchbar, um einiges besser als irgendwelches GEMA-freies Gedudel. Wobei das zu der Frage führt, wie es lizenzrechtlich ausschaut… Bekommt man eventuell Probleme, wenn man Videos mit der Musik veröffentlicht? Eigentlich ist es Sache des Herstellers, zu gewährleisten, dass die Lizenzen für diese Art in der Masse unkontrollierbarer Veröffentlichung gegeben sind. Ich habe allerdings in der Lizenzvereinbarung nichts dazu finden können. Vielleicht frage ich diesbezüglich mal beim Hersteller an. Einige Titel sind erst nach Herunterladen per Doppelklick verfügbar – das könnte eventuell daran liegen, dass Wondershare pro Download an den Rechteinhaber zahlen muss, aber das ist nur eine Mutmaßung meinerseits.

Die Musik ist in mehrere Kategorien aufgeteilt, auch hier ist leider wieder die schlechte Übersetzung bemerkbar: Besonders gut gefällt mir “Hipster Volk”. :-) Jaja, dieses Hipster-Volk…

Das zusammenstellen funktioniert sehr intuitiv, das meiste wird per Drag&Drop erledigt, Videoclips werden aneinandergehängt, mit Übergangseffekten verbunden, nach Wunsch mit Filtern belegt und mit Text-Einblendungen und sonstigen Effekten versehen. Das herausfordendste ist hierbei am Anfang, auszusortieren, welche Übergänge/Filter/Effekte taugen, und welche eher die schiere Anzahl an Möglichkeiten in die Höhe treiben sollen, aber später kaum Einsatz finden werden. Aber auch hier hat Wondershare mitgedacht und bietet die Möglichkeit, Elemente als Favoriten zu deklarieren und somit schneller griffbereit zu haben.

Bearbeitungsgenauigkeit

Hier kommt der erste richtige Kritikpunkt (von der deutschen Übersetzung abgesehen), weshalb ich dem Thema eine eigene Überschrift widme. Dabei geht es nicht einmal um Frame-Genauigkeit, denn die Timeline lässt sich so weit heranzoomen, dass man tatsächlich den Cursor an die einzelnen Frames setzen kann. Aber inzwischen verstehe ich die Meldung, die vor dem ersten Abspielen erschienen war. An den Schnittkanten der einzelnen Clips, egal ob mit rechenintensiver Überblendung oder ohne, kommt es in der Vorschau zu Rucklern in Bild und Ton. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn es nicht auch die Synchronität von Musik und Bild negativ beeinflussen würde. So ist es mir nicht gelungen, z.B. das Element “Firework 1” auf einen Schlagzeug-Schlag der Musikspur zu legen. Laut Editor hat es gepasst, im exportierten Endergebnis dann aber nicht mehr. Selbst von Vorschau zu Vorschau kann es, je nach dem, ob man vor oder hinter der Schnittkante anfängt, zu Unterschieden kommen.

Natürlich ist das Programm kein Profi-Werkzeug. Und natürlich kann es eine vielzahl von Gründen geben, wie die unterschiedliche Bildrate (Quellmaterial: 50 fps, Filmora arbeitet aber immer mit 25 Frames), generelle Ungenauigkeit von MP3-Audiodateien (die Musikdateien werden intern als MP3 verarbeitet) bei Synchronität mit Video, oder vielleicht auch, dass meine Hardware – wenn auch recht stark – nicht mehr die allerneuste ist. Aber das alles interessiert den Endanwender im Zweifel nicht, und man sollte sich schon darauf verlassen können, dass Ton und Video aus der Vorschau auch im Endergebnis stimmen.

Leider ist auch die Wellenform-Vorschau der Audiospuren nicht wirklich hilfreich. Ausschläge in der Musik sind nicht gut zu erkennen und sitzen definitiv nicht an den Stellen, an denen sie zu hören sind. Andernfalls könnte man sich wenigstens daran orientieren, und Elemente an die Stelle setzen, an der sichtbar etwas im Audio-Track passiert.


Bevor wir zum Fazit kommen, möchte ich in einem dritten Teil noch kurz auf einzelne Funktionen etwas genauer eingehen und ein paar Tipps & Tricks geben. Und natürlich muss das Videoschnitt-Projekt auch noch exportiert werden.

 

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