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ASUS Transformer Trio (TX201LA) – Unboxing, Hands-On, Erfahrungsbericht

Da ich zum ASUS Transformer Trio bisher noch kein Unboxing-Video auf Deutsch finden konnte, muss ich die Sache wohl selbst in die Hand nehmen. An ein Unboxing-Video habe ich mich dann aber doch nicht gleich herangetraut, und so gibt es eben einen Unboxing-Blogpost, inklusive Erfahrungsbericht.

Warum die Kaufentscheidung für das ASUS Transformer Trio?

Ich spiele schon seit Längerem mit dem Gedanken, mit ein Tablet zuzulegen. Ich bin zwar immer noch sehr zufrieden mit meinem Schenker XMG A722, aber es ist eben nicht gerade ein leichtgewicht, und abgesehen von der Schlepperei würde ich aufgrund der Unhandlichkeit nie auf die Idee kommen, es z.B. in der Straßenbahn auszupacken und auf dem Schoß damit zu arbeiten. Ein Tablet, so um die 11 Zoll, wäre da schon praktischer.

Allerdings benötige ich so ein zusätzliches Gerät in erster Linie zum Arbeiten, denn spielen, Musik hören und selbst Filme oder TV sehen kann ich, wenn auch auf deutlich kleinerem Bildschirm, schließlich auch auf dem Smartphone (einem HTC One). Da ich auf Software angewiesen bin, für die es keine Alternative unter Android gibt, dachte ich eigentlich, dass ich mich von dem Gedanken an ein Android-Gerät grundsätzlich verabschieden müsste; was ich sehr schade fand, weil ich schon einiges in diverse Apps unter Android investiert habe und auch dank der täglichen Gratis-App im Amazon App Store recht ordentlich an Apps und Spielen ausgerüstet bin.

Und so hatte ich schon Ausschau gehalten nach diversen Windows Tablets bzw. Convertibles, als ich auf das ASUS Transformer Trio gestoßen bin. Der doch recht hohe Preis hat mich zunächst abgeschreckt, allerdings versprach das Gerät, wie eine eierlegende Wollmilchsau die beiden Welten Windows und Android miteinander zu vereinen. Ob das geglückt ist? Dazu später mehr… Jedenfalls war ich erst mal begeistert: Ein Android-Tablet, das mit einem Tastatur-Dock verbunden werden kann, welches wiederum ein vollwertiges Windows 8 beherbergt und entweder das Tablet oder einen externen Monitor verwenden kann (daher der Name “Trio”: Netbook, Desktop, Tablet), wobei per einfachem Tastendruck zwischen beiden Betriebssystemen hin und her gewechselt werden kan – genial! Und so habe ich mich auch von negativen Rezensionen nicht abschrecken lassen, in der Hoffnung, dass die positiven nicht nur zahlenmäßig überwiegen.

Ich habe mir das Teil also bestellt und jetzt seit 2 Tagen im Test. Zu haben ist es zur Zeit in einer Variante mit Intel Core i5 4200U für aktuell knapp 900 € und mit Intel Core i7 4500U für knapp 1100 €.

Ich habe mich für die schnellere/teurere Variante entschieden, um maximale Performance zu erzielen, die ich dann auch schon prompt am nächsten Tag auspacken und in den Händen halten durfte.

Das Unboxing

Die Verpackung des ASUS Transformer Book Trio

Die Verpackung des ASUS Transformer Book Trio

Verpackung und Verarbeitung

Das Gerät kommt in einer matt-schwarzen Verpackung daher, die schon mal recht ansprechend aussieht. Das ASUS-Klebesigel lässt erkennen, dass es sich um keine B-Ware handelt – sehr schön, denn auch darüber bin ich in der Vergangenheit schon öfter enttäsuscht worden, tatsächlich auch schon bei Amazon.

Schaumstoff-Case inklusive

Schaumstoff-Case inklusive

Beim Öffnen dann auch gleich die erste Übrerraschung: Obenauf liegt ein Schaumstoff-Case, das einen recht ordentlichen Eindruck macht. Wer also nicht unbedingt auf eine stylische Ledermappe besteht, der braucht kein Case extra zu bestellen, sondern bekommt hier gleich etwas brauchbares dazu.

 Tablet in der Verpackung, in Folie gehüllt

Tablet in der Verpackung, in Folie gehüllt

Der Eindruck der Qualität verstärkt sich auch weiterhin, und ich muss sogar sagen, dass ich mich nicht erinnern kann, etwas ausgepackt zu haben, das sich so wertig anfühlt. (Ich höre eine Schar Apple-Jünger hämisch sagen “als i*-User ist man sowas ja gewöhnt…). Jeder Bestandteil und jedes Zubehör-Teil ist nochmal einzeln mit Folie umgeben, kein Staub, keine Abnutzungsstellen durch Bewegung in der Verpackung. Auch ohne Siegel merkt man hier, dass man Neuware vor sich hat. In das dünne Handbuch, ebenfalls in Folie, ist sogar ein Stück Kartonage eingelegt, damit es nicht verknickt. Das sind Details, aber es fügt sich zu einem sehr positiven ersten Gesamteindruck zusammen. Dieser zieht sich auch gleich fort: Die Tablet-Rückseite ist aus einem Stück Aluminium, ebenso die Unterseite des Tastatur-Teils, beides mit Brushed-Optik. Eine einzige Schwachstelle habe ich zu bemängeln: Die Schnittstelle, an der das Tablet mit dem Dock verbunden wird, sitzt zwar durch einen Verriegelungsmechanismus so fest, dass das Tablet sich nicht von selbst sondern nur über einen Knopf lösen lässt, aber doch nicht so bombenfest, dass sich der Bildschirm nicht vor und zurück wippen lassen würde (und das im Bereich von mehreren Millimetern, schätzungsweise sogar bis zu ca. 1 cm). Ansonsten aber keinerlei Spaltmaße, kein knarzendes Plastik, die Tastatur ist angenehm.

Zubehör

Das Zubehör des Asus Transformer Book Trio

Das Zubehör des Asus Transformer Book Trio

Es liegt jeweils ein Netzadapter für das Dock und für das Tablet bei, die beiden Teile können also – müssen aber nicht – getrennt voneinander geladen werden. Hängt der Tastaturteil am Strom, werden beide Akkus geladen, und die Akkus stehen auch beide sowohl im Android- als auch im Windows-Modus zur Verfügung, was zu einer verlängerten Akkulaufzeit führt. In welcher Reihenfolge die Akkus entladen werden, lässt sich sogar per Einstellung im Windows-Modus festlegen. Neben den obligatorischen Garantie-Hinweisen und dem Mini-Handbuch gibt es außerdem ein recht kurz geratenes Mini-USB-auf-USB-Kabel (benötigt für den Tablet-Stromadapter, wie auch bei Smartphones üblich), ein Klettband zum bändigen des Kabelsalats, einen Display-Port-zu-VGA-Adapter, einen USB-zu-Ethernet-Adapter, sowie ein Mikrofasertuch. Selbst hier wieder Top-Qualität: Ich hatte schon beigelegte Tücher, die mehr verschmiert und verfusselt haben, als zum Saubermachen geeignet zu sein. Das Tuch bereinigt den Bildschirm aber mühelos selbst von schwerwiegender Übersäung mit Fingerabdrücken. So muss das sein.

Es ist alles recht selbsterklärend und beide Akkus kamen sogar schon ausreichend gefüllt, sodass es direkt mit dem Testen der beiden Komponenten weiter gehen kann.

Das Android-Tablet

Die Tablet-Rückseite aus gebürstetem Aluminium

Die Tablet-Rückseite aus gebürstetem Aluminium

Mit dem Tablet habe ich mich ehrlich gesagt noch nicht ganz so ausreichend beschäftigt, weil der Windows-Teil schon sehr viel Zeit gekostet hat, wie wir weiter unten sehen werden. Ansich macht es einen guten Eindruck, es kommt im OS selten zu Rucklern. Verwaschene Icons, wie in anderen Rezensionen berichtet, kann ich nicht bestätigen.

Von der Leistung in Apps bzw. Spielen war ich bisher aber noch nicht so ganz überzeugt. Ich spiele keine (oder sehr selten) aufwändigen 3D-Spiele oder Rennspiele unter Android – eher Casual Games, mal ein Bisschen Jump&Run. Und wenn es hier etwas grafiklastiger wird, dann kommt es schon zu spürbaren Unterschieden zu meinem HTC One. Als Beispiel sei hier “Buddy & Me” genannt, das mit gezeichneten Grafiken in mehreren Hintergrundebenen arbeitet. Das Spiel braucht schon auf dem One eine gefühlte Ewigkeit, um zu laden. Auf dem Tablet sind es sage und schreibe 1 Minute und 48 Sekunden (!). Und auch das Spielerlebnis ist nicht ganz flüssig, auch wenn es gerade noch so geht. Andererseits macht eine App wie “Atomus HD” keinerlei Probleme. Vielleicht liegt es also auch an einer nicht ganz optimalen Programmierung – schwer zu sagen. Mein Fokus liegt hier wie gesagt zwarbeim Arbeiten und nicht beim Spielen, aber da ich auf dem Android-Tablet-Bestandteil nicht arbeite, hätte ich mier hier dann doch etwas mehr gewünscht, wenn man denn dann schon eines dabei hat und dann vielleicht doch mal darauf spielen will nach der Arbeit.

Viel schwerwiegender finde ich allerdings, dass die ASUS-System-Apps des Öfteren einfach mal so abstürzen. Auch der Datenaustausch zwischen Windows und Android, der eigentlich so einfach ablaufen sollte, ist mir bisher noch nicht geglückt. Obwohl sich beide im selben WLAN befinden, kann ich nicht per Dateimanager auf die per ASUS Console (“Trio Disk Share”) freigegebenen Dateien zugreifen. Der Benutzername und das Passwort werden nicht akzeptiert. Das Verbinden per “Trio Hotspot” (falls mal kein WLAN vorhanden ist), klappt bei mir überhaupt nicht. Unter Windows wird er als aktiv angezeigt, kann aber auf dem Tablet und auch sonst auf keinem meiner Geräte gefunden werden, auch nicht mit manueller Eingabe der SSID. (Die Probleme mit Trio Disk Share und Trio Hotspot konnte ich inzwischen lösen, siehe Howto: Dateifreigabe zwischen Android-Tablet und Windows beim ASUS Transformer Book Trio) Und hier fangen dann die Probleme an, die den Gesamteindruck schmälern, und zeigen, dass das ganze doch nocht nicht so ganz ausgereift ist. Womit ich dann auch schon zum Windows-Teil kommen möchte, wo es leider noch einmal ein paar solcher Punkte gibt.

Windows 8(.1) im Tastatur-Dock

Keyboard-Dock mit eigener CPU, GPU, RAM, HDD für WIndows.

Keyboard-Dock mit eigener CPU, GPU, RAM, HDD für WIndows.

Schon im Vorfeld hatte ich von größeren Problemen mit dem Update auf Windows 8.1 gelesen, die allerdings dank neuer BIOS-Version und neuster Treiber behoben sein sollten. Alleine, alle Updates zu installieren und auf 8.1 zu updaten, hat aber viel Zeit und Nerven gekostet. Windows Update blieb bei “0 KB downloaded, 0% complete” stehen und es tat sich nichts, egal, wie lange ich gewartet habe. Beim Neustarten wurden dann trotzdem einige Updates installiert. Sehr seltsam das Ganze. Mit einer Mischung aus “Microsoft FixIt” und mehreren Neustarts habe ich es dann irgendwie doch noch geschafft. Windows 8.1 wollte sich dann zunächst ebenfalls nicht installieren lassen (Fortschrittsanzeige blieb ebenfalls bei 0% stehen, brach dann irgendwann mit der Meldung ab, dass die “App” nicht installiert werden konnte…) und ging dann auch wieder nach ettlichen Neustarts doch irgendwann… Das hat den Spaß am neuen Gerät dann wirklich getrübt, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob die Schuld hier nicht alleine bei Microsoft zu suchen ist, da das Windows-Update-Problem wohl kein Einzelfall ist, wie man bei kurzer Recherche leicht herausfindet.

Auch mit den aktuellen Treibern von der ASUS-Seite läuft noch nicht alles rund. Einmal hatte ich noch Auflösungs-Probleme beim Switchen von Android zu Windows, was eigentlich behoben sein sollte. Die Treiber muss man übrigens auch manuell herunterladen und installieren, weil das Programm “ASUS Install”, das eigentlich optionale Software und aktuellste Treiber installiert, den Dienst unter Windows 8.1 mit der Meldung “The drivers in this disk are not compatible with your hardware” quittiert. Das TouchPad reagiert manchmal gar nicht, oder es lässt sich erst dann per Zwei-Finger-Wischen scrollen, wenn ich zuvor einmal per Touchscreen gescrollt habe… Bleibt zu hoffen, dass ASUS hier nochmal kräftig Bugfixing betreibt und Updates liefert, bis alles rund läuft. Ich für meinen Teil weiß aber noch nicht, ob ich bis dahin abwarten soll. Denn es gibt neben der Software-Probleme leider auch einige Probleme im Hardware-Design.

Da wäre zum einen das doch recht laut wahrnehmbare Lüfter-Geräusch, das unter Last zu einem hörbaren konstanten (und daher leider auf Dauer nervenden) Fiepen wird. Mag vielleicht an meinem Gerät liegen, dass hier etwas nicht ganz rund läuft, wurde aber auch von anderen schon bemängelt. In ruhiger Umgebung stelle ich mir das doch recht störend vor… Geräusche macht auch die Festplatte, und da wären wir beim nächsten Thema, dem hardware-mäßig größten Schwachpunkt. Verbaut ist eine reguläre HDD, und die hat auch noch nur 5200rpm. Ständiger Begleiter ist also das alt-vertraute Klackern einer rödelnden Festplatte (wobei das schon besser geworden ist, seit ich das vorinstallierte McAffee runtergeworfen habe, was sich auch in der Performance zumindest gefühlt niedergeschlagen hat). Viel schlimmer ist aber der verursachte Leistungs-Einbruch. Bis Windows gebootet hat, vergehen ca. 45 Sekunden. Aber auch während des Betriebs kommt es zu Verzögerungen bei Programmstarts oder einfach beim Öffnen des Windows Explorers, was zumindest vom Klackern her auf die Arbeit der Festplatte zurückzuführen ist.

Die gute Nachricht: Wie ein Namensvetter berichtet, lässt sich die HDD des Asus Transformer Book Trio gegen eine SSD tauschen – ABER: das ist für den Endverbraucher nicht vorgesehen, wie man unschwer daran erkennen kann, dass man sich durch zahlreiche Mini-Schrauben quälen muss, die Bauteile extrem scharfkantig sind, und man direkt “am offenen Herzen” an der Hardware herumwerkeln muss. Ob die Garantie durch den Festplatten-Tausch verloren geht, kann ich nicht sagen, mir aber sehr gut vorstellen, dass sich der Hersteller oder der Händler da querstellenwürden. Deshalb habe ich mich auch gar nicht erst herangewagt. Dass in solch einem Gerät eine HDD statt einer SDD verbaut ist, die die Leistung derart ausbremst, ist ein Hardware-Designfehler und es kann nicht Aufgabe des Kunden sein, das (bei entsprechendem finanziellen Mehraufwand, was wohl auch der Grund für die Einsparung ist, um nicht den Verkaufspreis noch weiter anzuheben…) auszumerzen und dabei noch einen Garantieverlust zu riskieren.

Fazit: Zurückgeben oder behalten?

Tja, diese Frage stellt sich mir jetzt aktuell. Ich hatte gehofft, dass mir das Schreiben dieses Artikels dabei helfen würde, eine Entscheidung zu treffen, aber eigentlich bin ich genauso unsicher wie davor. Von der Verarbeitung her macht das Gerät einen sehr sehr guten Eindruck. Auch das Gesamtkonzept ist stimmig und würde überzeugen – Windows 8 und Android unter einem Dach, keine Entscheidung treffen müssen, beides nutzen; Netbook nutzen, oder Tablet mit Leichtigkeit ab-docken und noch mobiler sein. Wenn es denn nur reibungslos funktionieren würde… Die Software-Glitches werden vielleicht noch durch Updates verbessert, die langsame Festplatte würde ich vielleicht doch noch irgendwann austauschen. Aber beides zusammen..? Und das für den Preis… Da erwartet man dann doch, dass einfach alles stimmig ist und vor allem einfach funktioniert, ohne Haareraufen, ohne Fehlermeldungen. Schade, dass das Ganze doch noch stellenweise unausgereift ist, denn das Konzept wäre für mich ideal gewesen und die Verarbeitung überzeugt.

Ich werde dem Trio jetzt noch ein paar Tage die Chance geben, sich zu beweisen und bei der Arbeit im Alltag zu überzeugen. Allerdings werde ich auch nochmal weiter-recherchieren und die Augen nach einer Alternative offen halten.

Zu meinem Ärger habe ich jetzt auch noch festgestellt, dass beim neigen des Docks im Inneren ein Rasseln wie von einem abgebrochenen Plastikteil zu hören ist. Also doch evtl. etwas mit dem Lüfter im Argen? Wenn das Gerät ansonsten überzeugt, werde ich wohl trotzdem ein Austausch-Gerät anfordern, denn mit einem Losen Teil im Inneren fange ich erst gar nicht an.

Wie die Entscheidung letzen Endes ausgefallen ist, werde ich dann natürlich hier berichten.


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2 thoughts on “ASUS Transformer Trio (TX201LA) – Unboxing, Hands-On, Erfahrungsbericht

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